Wie kam ich zum Mops ?

Mein Mann und ich hatten immer schon Hunde. Erst einen Rottweiler, dann einen Schäfermix und einen Dackel. Als wir von diesem Abschied nehmen mußten, sagten wir beide: Keinen Hund mehr ! Wir waren sehr eingeschränkt in unseren Aktivitäten, konnten kaum in Urlaub fahren und „Alfi“ war trotz seiner Liebenswürdigkeit ein sehr dominanter  Hund.
Ich hielt es ein knappes Jahr aus, als in meinem Kopf der Gedanke, sich doch wieder einen Hund anzuschaffen, zu wachsen begann. Als ich mich mit meinem Mann geeinigt hatte, uns trotz allem wieder einen Hund zuzulegen, ging es los !
Diesmal sollte alles gut durchdacht sein – es sollte kein „großer“ Hund mehr sein, und auch kein zu kleiner , er sollte sämtliche guten Eigenschaften besitzen.
Irgendwie blieb ich beim Durchstöbern vieler Hundebücher immer wieder beim Mops hängen.
Und irgendwann stand fest – genau diese Rasse , und keine andere !
Hatte ich doch in meiner Teenagerzeit schon einen Pekinesen und die „platten“ Nasen gefielen mir immer schon.Auch meinem Mann sagte das kompakte, bullige Aussehen zu.
Somit entstand die nächste Frage: Woher nehmen und nicht stehlen?
Was dann auf mich zukam – mit dem rechnete ich nicht…!
Es hieß: Bist du verrückt oder eine Tierquälerin? Dir so einen Hund zuzulegen – mit der „verzüchteten “ Nase bekommen sie fast keine Luft, sind im Sommer am ersticken…Und außerdem sind sie furchtbar häßlich .
Da stieß ich zum ersten Mal an das bekannte Sprichwort : Beim Mops scheiden sich die Geister.
Nun gut – ich ließ mich nicht unterkriegen – was ich mir mal in den Kopf gesetzt hatte…. und erfuhr durch Zufall dann vom MPRV, der es sich zum Zuchtziel gesetzt hatte, einen agilen, freiatmenden Mops mit vorgesetzter Nasenpartie zu züchten, um diesen Hunden wieder mehr Lebensqualität zu geben.
Dort rief ich an, und nach einem längeren Gespräch ließ ich mich dort „auf die Warteliste “ setzen.
Von da an saß ich auf Kohlen! Ich erkundigte mich jede Woche, ob sich schon „etwas“ ergeben hätte.
Gerade, als ich dabei war, aufzugeben, daß in Bälde ein kleiner Mopswelpe bei uns einziehen würde, läutete das Telefon !
Mein Herz machte vor Freude einen Luftsprung. Aber ich war schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen, als es hieß – in Solingen ! (für uns ca 600 km zu fahren).
Trotzdem rief ich sofort bei der Züchterin an…
Als mein Mann von der Arbeit nach Hause kam, waren meine ersten Worte: Wir bekommen in ein paar Wochen einen Mops ! Meine darauffolgenden Worte allerdings sorgten dafür, daß ihm  die Kinnlade runterfiel. Solingen liegt ja nicht gerade um die Ecke für uns. Aber die Freude siegte !
Auf alle Fälle wollten wir uns den Hund mit ca 3 Wochen ansehen, um nicht die sogenannte „Katze im Sack“ zu kaufen. Ich machte mit der Züchterin einen Termin aus.  Es sollte wegen des Verkehrs ein Sonntag sein ! Leider vergaß ich aber, daß ich genau am Samstag vorher in einem Musical in Wien sei…
Mein Mann wollte den Termin nicht mehr verschieben, und ich dachte mir : Irgendwie geht es schon…
Also: Samstag mittag auf nach Wien, Sonntag um 2 Uhr früh wieder zuhause, in die Küche, Frühstück gemacht, meinen Mann geweckt – und um 3 Uhr früh saßen wir im Auto nach Solingen. Nach 7 !!! Stunden Fahrt ( natürlich mit kleinen Pausen) endlich dort angekommen. Ich hatte durch meine Euphorie immer noch kein Auge zugetan und war auch kein bißchen müde. Als mich dann auch noch 3 Möppels freudig an der Haustüre begrüßten, war es vollends um mich geschehen. Und dann sahen wir ihn – unseren Romeo – klein, rund , der dickste ! Eben eine richtige Mopswurst ! Aber es war Liebe auf den 1. Blick ! Ich konnte gar nicht genug von ihm bekommen. Leider kam nach ein paar Stunden der Abschied viel zu früh – und das lange Warten begann….Geschlagene 7 Wochen sollten wir noch warten müssen ! Es waren die längsten meines Lebens. Je näher der Abholungstag kam um so nervöser wurde ich. Es war schon alles für den „Kleinen“ vorbereitet.
Also wieder: Um 3 Uhr früh Abfahrt nach Solingen – nach knappen 7 Stunden dort. Mann, war dieser kleine Knirps gewachsen. Mehr in die Breite, als in die Länge !
Als mit der Züchterin alles besprochen war, ging es wieder Richtung Heimat.  Sie hatte Romeo, da ja eine sehr lange Autofahrt vor ihm lag, ein leichtes Schlafmittel gegeben – und nach ein paar hundert Metern schlief er schon friedlich in meinen Armen. Allerdings hielt das Schlafmittel nur eine knappe Stunde – trotzdem lief alles gut. Ich beschäftigte mich auf dem Rücksitz mit ihm und wir machten immer wieder mal eine kurze Pause, damit er sich „lösen“ konnte.
Um 19 Uhr endlich zuhause !!! Ich war mittlerweile schon ziemlich kaputt – aber an Schlaf war ja nicht zu denken. Der kleine Kobold kam in sein neues Haus, beschnupperte alles mit einer stoischen Ruhe – und war „zuhause“
Um 21 Uhr hielt ich es nicht mehr aus – ich hätte im Stehen schlafen können…
Romeo sollte eigentlich vor ! dem Schlafzimmer in seinem Bettchen schlafen, aber als sich die Türe schloß und es plötzlich finster um ihn wurde, packte ihn doch die Einsamkeit. 1 x an der Türe „gekratzt“ – und schon stand sein Bettchen neben meinem Bett. 3 Nächte schlief ich mit heraushängendem Arm – er versuchte natürlich immer wieder zu mir ins Bett zu kommen. In der 4 . Nacht gab ich auf und holte Romeo ins Bett – um endlich wieder mal richtig schlafen zu können .Er kuschelte sich an mich, als hätte er sagen wollen : ENDLICH !
Ich war so begeistert von ihm, daß es nicht lange auf sich warten ließ, über einen zweiten Mops nachzudenken. Allerdings meldeten sich gleichzeitig leichte Zweifel an : Eine Hündin wollte ich nicht, das Risiko auf Nachwuchs war mir zu groß, und Romeo kastrieren zu lassen kam auch nicht in Frage. Ein zweiter Rüde ? Machtkampf, Streitereien wären vielleicht an der Tagesordnung ? !
Aber hieß es nicht immer : Ein Mops ist kein Mops . Und gibt es nicht viele „Mehrmopsbesitzer“ ???
Ich ging das Risiko ein.
Diesmal sollte es ein schwarzer Mops sein – und es dauerte nicht lange und Finley zog bei uns ein. Der „kleine schwarze Teufel“ , wie wir ihn die erste Woche nannten, zauberte ganz schön auf. Er fraß fast nichts, kotzte jede Nacht, und war tagsüber auf 1000 !
Wir hatten alle ! unser Leid mit ihm.
Nach einer Woche wurde er ruhiger – und ich gescheiter:
Der kleine Wurm hatte den Abschiedsschmerz “ so “ verarbeitet. War ich doch von Romeo „verwöhnt“ , der in diese Richtung so gut wie nichts zeigte.
Mittlerweile ist aus Finley ein geschicktes Kerlchen geworden und mit Romeo sehr „zusammengewachsen“.  Aus dem „kleinen Teufelchen“ ist ein „kleiner Schatz“ geworden !
Seinem unwiderstehlichem Charme kann man sich einfach nicht entziehen .
Sicher , Romeo ist Chef im Hause, und das zeigt er auch, aber 5 Minuten später wird wieder friedlich gekuschelt…
 Und – man frage bitte nicht, wo er schläft . Es haben sich mittlerweile viele, viele Hundebettchen angesammelt, die sie auch alle nutzen – aber des Nachts im Bett bei Frauchen ist es doch am schönsten…

Es sind zwei absolut liebenswerte Hunde , die sich mit jedem gut verstehen – ob Mensch oder Tier.
Und ich bin froh , sie zu haben !!!

Jan 10, 2009 | 1 | Wie kam ich zum Mops

Ein Eintrag zu “Wie kam ich zum Mops ?”

  1. Hermine schreibt:

    Ich freue mich jeden Tag, wenn ich das Bild bei mir daheim mit Deinen Hunden: Romeo und Finley betrachte. Vielen Dank !!!
    Hermine

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